75 Jahre Kriegsende in Bochum

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg in Bochum. Warum es wichtig ist, sich jetzt an die letzten Kriegstage zu erinnern.

Als am Dienstag, den 10. April 1945, amerikanische Truppen nach Bochum einrückten, standen die Menschen in den Straßen oder lagen in den Fenstern und winkten ihnen zu: Eine Woche nach Ostern war der Krieg war endlich zu Ende. Die Amerikaner besetzten die Rathäuser von Bochum und Wattenscheid. Damit war die NS-Gauhauptstadt Bochum gefallen. Kurz zuvor hatten sich führende Nazi-Funktionäre wie Oberbürgermeister Friedrich Hesseldick bereits ins Sauerland abgesetzt. SS-Leute ermordeten noch wenige Tage vorher Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Polizisten erschossen Widerstandskämpfer und andere Häftlinge und verscharrten sie nahe des Stadtparks.

Heinrich König, der Vorsitzende der Bochumer SPD, war bereits 1943 nach schweren Misshandlungen im Gerichtsgefängnis in der ABC-Straße umgekommen. Fritz Husemann, der SPD-Reichstagsabgeordnete und Vorsitzende des Bergarbeiterverbandes, war 1935 wenige Tage nach Beginn seiner Haft im KZ Esterwegen erschossen worden.

„Die Erinnerung an die letzten Kriegstage in Bochum hilft uns zu verstehen, was geschieht, wenn Maßstäbe verrückt werden; wenn der Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen verloren geht“, sagt der Bochumer SPD-Vorsitzende Prof. Dr. Karsten Rudolph. „Nichts darf über die Freiheit und Würde des einzelnen Menschen gestellt werden. Unsere Geschichte macht deutlich: Nichts kann diese Freiheit und Würde besser bewahren und fördern als der demokratische Rechtsstaat und die parlamentarische Demokratie.“