Entscheidung für Exzellenz-Unis muss ein wissenschaftspolitisches Nachspiel haben

Kandidaten Fotos vom 23. Februar 2017

Die Entscheidung über die Vergabe von millionenschweren Sondermittel im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen soll ein wissenschaftspolitisches Nachspiel im Landtag haben.

Dies fordert der Bochumer Landtagsabgeordnete, Prof. Dr. Karsten Rudolph, der dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsausschuss angehört. Wieder einmal auffallend sei, so der der Abgeordnete, „dass die Vergabe des Förderprogramms tradierte wissenschaftliche Machtverhältnisse in Deutschland zementiere. Jüngere Reformuniversitäten wie die Ruhr-Universität haben es offenbar systematisch schwerer, den Wissenschaftsrat oder die Wissenschaftsminister von ihrer besonderen Leistungsfähigkeit zu überzeugen.“

Außerdem stößt dem Abgeordneten auf, dass Nordrhein-Westfalen als größtes Land mit den meisten Hochschulen und Studierenden, gegenüber dem Süden Deutschlands so deutlich abfalle. „Hier hätte ich gern von der NRW-Wissenschaftsministerin gewusst, wie sie sich eine solche Vergabepraxis erklärt und was sie zu tun gedenkt, um die nordrhein-westfälischen Hochschulen im eigenen Land stärker zu unterstützen.“

 

Zum Hintergrund:

 Die Exzellenzkommission aus 39 internationalen Expertinnen und Experten und den Wissenschaftsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern hatte die Exzellenzuniversitäten in der 2. Förderlinie der Exzellenzstrategie ausgewählt. Unter ihnen sind die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (beide NRW), der Universitätsverbund Verbund Berlin, die Technische Universität Dresden, die Universität Hamburg (neu), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Eberhard Karls Universität Tübingen, die Universität Konstanz sowie die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität München. Die Ruhr-Universität Bochum zählte zu den 19 Bewerbern, ging jedoch leer aus.