Ministerin Gebauer fehlt der Mut zum großen Wurf

Der nordrhein-westfälische Landtag hat jetzt die Pläne der schwarz-gelben Landesregierung  zur Wiedereinführung des G9 (dem Abitur nach neun Jahren an den Gymnasien) diskutiert.

Es ist zwar gut, dass nun für alle Beteiligten Bewegung in die Sache kommt, aber der Landesregierung fehlt nach wie vor der Mut, eine Entscheidung für das gesamte Land zu treffen. Stattdessen wird der Konflikt nun in die Fläche getragen und es den Schulen selber überlassen, ob sie G9 anbieten oder doch bei G8 bleiben.

Damit entscheiden Eltern und Schülerinnen und Schülern in den Schulkonferenzen über Neuerungen, von denen sie selbst gar nicht mehr betroffen sind, denn das neue Gesetz greift erst für Schülerinnen und Schüler, die aktuell in der dritten und vierten Klasse sind. Das ist kein großer Wurf der Mitte-Rechts-Koalition. Keine Aussagen macht der Entwurf zudem über die dringend notwendigen Zahlungen an die Kommunen. Dies wäre aber unbedingt notwendig, denn neue Klassenräume, neue Mensen und sogar neue Gymnasien werden durch die Neuregelung zwingend gebraucht. Ministerin Gebauer bleibt außerdem die Antwort schuldig, wie viele neue Lehrerinnen und Lehrer benötigt werden.

Durch den jetzt vorgelegten Entwurf hat die Landesregierung einmal mehr vesäumt, dass NRW eine einheitliche Schulstruktur erhält, der Flickenteppich wird noch größer, verstärkt durch die zusätzliche Option das Gymnasium auch wieder halbtags statfinden zu lassen. Entsprechend kritisch kommentierte der heimische SPD-Abgeordnete Karsten Rudolph die Pläne der Schwarz-Gelben Landesregierung, als einen folgenschweren Rückschritt in der schulpolitische Entwicklung und dies vor allem zu Lasten der anderen Schulformen.